Institutsbericht 2015

Vorwort

 

Auf die Turbulenzen und Probleme, die nach dem Umzug des Instituts in die Althanstraße zu bewältigen waren, sind wir im letzten Institutsbericht ausführlich eingegangen. Die Probleme sind auch 2015 keineswegs zufriedenstellend gelöst worden, sie wurden weitgehend verschleppt, und viele Gespräche, die wir mit den zuständigen Abteilungen geführt haben, blieben ohne Ergebnis – bis zu den Sommerferien, als plötzlich Zeichen und Wunder geschahen: Es wurde eine Tür zur Terrasse installiert, die Flächen hinter den Wandschränken wurden ausgemalt, und die Seminarräume wurden endlich – nach zwei Semestern der Improvisation – mit Rechnern ausgestattet.
Wer darin mehr als einen Trostpreis für unser Durchhaltevermögen zu erkennen meint, täuscht sich allerdings. Denn die vier neuen (und inzwischen großartig ausgestatteten!) Büroräume in der Hofburg, die uns als Ersatz für das bald zu räumende Mezzanin zugesprochen worden waren und an deren Planung wir intensiv beteiligt waren, sind gleich nach Fertigstellung in diesem Frühjahr – ohne Absprache mit uns - der Jelinek-Plattform zugeteilt worden. Es passt ins Gesamtbild, dass wir davon nur durch puren Zufall erfahren haben. Andererseits wurden die Gelder für die Übersiedelung von Bibliothek und Videothek inzwischen freigegeben und erste Planungsgespräche geführt. Der anvisierte Termin ist Sommer 2017. Wir dürfen gespannt sein.
Die größte Herausforderung, der wir uns 2015 zu stellen hatten, war zweifellos die Abwicklung des alten Diplomstudiengangs. Die lange bekannte Deadline für die Abgabe der Diplomarbeiten wurde erfreulicherweise von vielen Studierenden ernstgenommen, auch von jenen, die bereits voll berufstätig waren. So konnten allein in den letzten drei Monaten bis Ende April mehr als 500 Studierende ihr Diplomstudium abschließen. Nicht wenige KollegInnen hatten in dieser Zeit bis zu 10 Prüfungen täglich zu bewältigen, ein Kraftakt für alle Beteiligten, nicht zuletzt in logistischer Hinsicht. Thomas Waitz und seinem Team, Judith Hommelsen und Leslie Kreyenborg, ist für ein hervorragendes Krisenmanagement zu danken; ebenso den BrückenprofessorInnen Ulrich Meurer und Annette Storr, die in der Schlussphase zahlreiche Betreuungen übernahmen; und nicht zuletzt den wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und VertreterInnen des Allgemeinen Personals, die bereit waren, in großer Zahl Prüfungsvorsitze zu übernehmen.
Auch die Personalsituation hat sich 2015 auf mehreren Ebenen verändert. Ende des Sommersemesters wurde Monika Meister gebührend verabschiedet. Sie hat das Institut über viele Jahre entscheidend mitgeprägt und wird uns als Lehrende hoffentlich lange erhalten bleiben. Mit Anke Charton wurde eine Postdoc-Stelle im Bereich Theaterwissenschaft besetzt, und mit Stephan Trinkaus und Hedwig Wagner konnten wir zwei inspirierende GastprofessorInnen gewinnen, die uns in der film- und medienwissenschaftlichen Lehre verstärkt haben. Andrea Seier schied zum WS 2015 aus dem Vorstandsteam aus, um in Konstanz eine Professur zu vertreten. Die Funktion des Stellvertretenden Vorstands übernahm Rainer Maria Köppl, der im kommenden WS das Institut leiten wird.
Das Jahr 2015 war auch bestimmt vom Berufungsverfahren „Kulturgeschichte audiovisueller Medien", dessen Hearings im Jänner dieses Jahres stattfanden. Da die Berufungsverhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, wird die Professur voraussichtlich zu Beginn des Sommersemesters 2017 besetzt sein.
Positiv hervorzuheben ist auch, dass die Curricular-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Brigitte Marschall den neuen Masterstudiengang „Theater-, Film- und Medienwissenschaft" entwickelt hat, der bereits mit dem kommenden WS beginnen wird. In diesem Zusammenhang möchten wir uns vor allem bei den studentischen Mitgliedern der Curricular-AG, Katherina Braschel und Tobias Stadler, für ihren enormen (und wie immer in diesen Fällen leider unbezahlten) Einsatz herzlich bedanken.
Absprachen, die für die nähere Zukunft des filmwissenschaftlichen Bereichs relevant sind, betrafen die 2-jährige Brückenprofessur, die ab Oktober mit Bernhard Groß besetzt sein wird, sowie die derzeit mit Vrääth Öhner besetzte filmwissenschaftliche Postdoc-Stelle, die wir zum WS 2017/18 für vier weitere Jahre nachbesetzen können.
Wir hoffen, das Berufungsverfahren zur Besetzung der Professur „Theorie des Films" – der Professur von Elisabeth Büttner, die im Februar 2016 nach langer schwerer Krankheit verstarb – in den kommenden zwei Jahren zum Abschluss zu bringen.
Keine leichte Aufgabe.


Christian Schulte und Rainer Maria Köppl
(Institutsvorstand)