Nachruf auf Elisabeth Büttner (1961-2016)

Von Andrea B. Braidt

Die Gesellschaft für Medienwissenschaft e.V. trauert um ihr ehemaliges Vorstandsmitglied Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Büttner M.A. Sie ist am 28. Februar 2016 nach langer Krankheit verstorben.

Elisabeth Büttner wurde am 30.12.1961 in Würzburg geboren. Nach der Schulzeit in Genf studierte sie Theater- und Filmwissenschaft, Germanistik und Linguistik an der Universität Wien und der FU Berlin, an der sie mit einer Arbeit zu Johan van der Keuken spondierte. 1996 promovierte sie ebenfalls an der FU Berlin mit der viel beachteten Dissertation „Projektion. Montage. Politik. Die Praxis der Ideen von Jean-Luc Godard (Ici et ailleurs) und Gilles Deleuze (Cinéma 2).“ Das Denken und das Kino als Praxis, diese doppelte Figur war zentral in Elisabeth Büttners Forschungs- und Kinoarbeit, insbesondere auch in der von 1990 mit Christian Dewald gemeinsam gegründeten Kooperative „das kino coop“, welche sie als wissenschaftliche Leiterin betrieb. Als solche verantwortete sie mit Christian Dewald die beiden im Auftrag des österreichischen Wissenschaftsministeriums, der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes sowie der Österreichischen Nationalbank durchgeführten langjährigen Forschung- bzw. Buchprojekte „Anschluss an Morgen. Eine Geschichte des Österreichischen Films von 1945 bis zur Gegenwart“ (1997) und „Das tägliche Brennen. Eine Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis 1945“ (2002). Dieses Opus Magnum, mittlerweile zum Standardwerk der österreichischen Filmgeschichte avanciert, war auch grundlegend für ihre Habilitation, mit der sie 2005 die Venia Docendi für das Fach Theater-, Film- und Medienwissenschaft erhielt. Elisabeth Büttner schrieb hier nicht nur Kinogeschichte neu, sondern entwickelte eine komplexe und umfassende Theorie der Filmgeschichtsschreibung, die, obgleich eng am Material entwickelt, niemals in positivistische Chronologie mündete, sondern immer nur im Zusammenhang mit theoretischer Überlegung geleistet wurde. Für ihre umfassende und stets auch politisch formulierte Forschungstätigkeit erhielt Elisabeth Büttner – gemeinsam mit Christian Dewald – den „Großen Victor Adler Staatspreis für Geschichte sozialer Bewegungen“. Nach einer Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum erhielt Elisabeth Büttner den Ruf zur ersten Professorin für Filmwissenschaft an einer österreichischen Universität und trat am 1. September 2007 die Professur “Theorie des Films” am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien an.

Die Energie, mit der Elisabeth diese – gänzlich neu ausgeschriebene – Professur konzipierte und mit der sie diese Professur bis zu ihrer Erkrankung füllte, war beispiellos. Mit unglaublicher Verve baute sie den am Institut neuen Fachbereich für Filmwissenschaft auf, traf weitsichtige Personalentscheidungen, unterrichtete tausende Studierende, betreute zahllose Qualifikationsarbeiten. Nach nur einem Jahr wurde Elisabeth zur Institutsleiterin gewählt und sah sich als solche vor der Aufgabe, das Institut in seiner Gänze neu zu konsolidieren: innerhalb von nur drei Jahren waren alle vier Professuren am Institut neu besetzt – und neu denominiert – worden. Mit scharfem analytischem Verstand und höchster menschlicher Integrität gelang es Elisabeth, die so unterschiedlichen Interessenlagen zusammen zu führen. Trotz oder vielleicht gerade wegen der ihr so eigenen Beharrlichkeit, schaffte sie die Herstellung eines Gleichgewichts der Fächer Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Nicht durch die Auflösung von Unterschieden, sondern durch die Respektierung disziplinärer Grenzen und die Profilierung der Schwerpunkte der Kollegen und Kolleginnen konnte das Institut unter ihrer Leitung zusammenwachsen. Ein Prozess, der so mühevoll wie notwendig war, stand doch auch eine Umstellung des Diplomstudiums auf das Bologna-konforme zweigliedrige Bachelor- und Masterstudium an, welches auch Elisabeth maßgeblich mitzutragen hatte.

Als erste Professorin für Filmwissenschaft an einer österreichischen Universität und als Institutsvorständin des mit 4000 Studierenden größten theater-, film- und medienwissenschaftlichen Instituts im deutschen Sprachraum standen neben den inneruniversitären Aufgaben auch internationale Verpflichtungen an. Um die Filmwissenschaft an der Universität Wien nachhaltig zu etablieren, war es Elisabeth ein Anliegen, die österreichischen Interessen in der Gesellschaft für Medienwissenschaft zu vertreten. Sie kandidierte im „Umbruchjahr“ der Gesellschaft für den Vorstand und wurde 2007 zur 2. Vorsitzenden gewählt. Mit den anderen Vorstandsmitgliedern brachte Elisabeth Büttner all die richtungsweisenden neuen Entscheidungen auf Schiene, welche die GfM bis heute prägen. Das neue Logo und die Homepage waren nur äußere Signale einer sich dem Grunde nach verändernden Fachgesellschaft, deren Mitgliederanzahl innerhalb von wenigen Jahren auf ein Vielfaches anwuchs. Gemeinsam mit dem Wiener Team holte Elisabeth Büttner die Jahrestagung 2009 der GfM nach Wien und schrieb das Thema „Welche Sinne machen Medien?“ als Call aus. Mit den Keynotes-Sprecherinnen Heide Schlüpmann und Mary Ann Doane setzte Wien ein klares Zeichen für eine feministisch engagierte Filmwissenschaft; mit den Tagungsorten Österreichisches Filmmuseum und Museum für moderne Kunst öffnete Wien das produktive Spannungsverhältnis von Wissenschaft und Kunst für die Filmwissenschaft; mit der Präsentation der ersten Nummer der Zeitschrift für Medienwissenschaft in der orientalischen Partylocation „Aux Gazelles“ setzte Wien mit Elisabeth Büttner Standards der filmwissenschaftlichen Gastfreundschaft.

Ihr Tod erfüllt mich mit großer Trauer. Ihr Einfluss insbesondere im Gebiet der Filmgeschichtsschreibung sowie der Filmtheorie ist nicht zuletzt in den zahlreichen Diplomarbeiten, Masterarbeiten und Dissertationen zu lesen, deren Betreuung sie bis zuletzt vom Krankenbett aus in gewohnter Verbindlichkeit und Klugheit besorgt hat. Wir werden Elisabeth Büttners großartige Kollegialität vermissen, ihr unerschöpfliches Engagement für die Sache der Filmwissenschaft in so vielen Facetten, ihre scharfsichtige Intelligenz und ihr herzliches, unglaublich ansteckendes Lachen.

Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihren Freund_innen und ihrer Familie, insbesondere ihrem Partner Christian Dewald.

Andrea B. Braidt
(ehem. Vorstandsmitglied der GfM; Vizerektorin für Kunst und Forschung an der Akademie der bildenden Künste Wien)

 

Die Trauerfeier fand am Freitag, den 18. März 2016, um 15.00 am Wiener Zentralfriedhof statt.

Wir trauern um David Murobi

Wir trauern um David Murobi

Die Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft trauern um David Murobi.

David hat sich seit 2006 kompetent und in unnachahmlicher Geschwindigkeit sowie mit Freundlichkeit und sehr viel Taktgefühl darum gekümmert, dass unsere EDV-Geräte funktionieren.

Wir haben einen außergewöhnlich begabten und liebenswürdigen Menschen verloren.

Seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden gilt unser Mitgefühl.

Wir trauern.

Wir möchten die Familienangehörigen, FreundInnen und ArbeitskollegInnen von David Murobi auf folgende Veranstaltung hinweisen:
Am 18.01.2014 wuden im brut Wien "14 Jahre klingt.org" gefeiert. Im Rahmen dieses Jahresfestes fand eine Ausstellung mit Fotografien zu Ehren von David Murobi statt.

 

 

Kondolenzbuch

In tiefem Respekt vor Deinem Da-Sein und Freitod. David, Deine handschriftlichen Edv-Notizen an mich sind nun zu meinen Lesezeichen anderer, höherer Schwierigkeitsgrade geworden.
Brigitte Marschall

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Nachricht, dass David Murobi sich das Leben genommen hat, bestürzt mich sehr. Ich behalte David als sehr freundlichen, kompetenten und bestimmt handelnden Menschen in Erinnerung. Es macht mich traurig, dass er keinen anderen Weg wählen konnte, und trauere mit Euch um ihn.
Herzlich, Petra

Lieber David,
vielen Dank für deine Hilfsbereitschaft und Deine Geduld, mit der Du mir die einfachsten Computersachen immer und immer wieder erklärt hast.
Genia Enzelberger

Hi David, geschätzter Nachtbegleiter und passionierter Photodokumentarist der Wiener Musikszene. Noise Appeal Records und alle darauf vertretenen Bands möchten sich nochmals bei dir herzlichst bedanken, für dein Engagement und für deine Unterstützung - und natürlich für deine Bilder. Danke.
Peter Balon

„Wo bist du?“ lautet der Betreff meines letzten Emails an dich. Die Antwort auf diese Frage werde ich nie mehr bekommen. Doch wenn ich mir was wünschen darf, dann wünsche ich mir, du bist an einem Ort, an dem du glücklicher bist.
Die Tür zu deinem Zimmer ist geschlossen, irgendwie ist es so im Moment besser, denn dahinter steht ein leerer Stuhl, dein Stuhl.
Immer wieder denke ich an die Abläufe an diesem Tag, ich wünschte dein Fernbleiben hätte einen anderen Grund gehabt. Viele Fragen bleiben offen, zu deren Antworten ich nur rätseln kann.
Übrig geblieben ist ein verlassener leerer Stuhl, aber ein Platz in unserem Herzen, der wird immer da sein. Du wirst immer zu uns gehören!
Karin

lieber david, hunderte male habe ich dich fasziniert beobachtet, wie du um den bühnenrand elegant und ruhig tanzelst, hinter der linse deines fotoapparats, um diese speziellen momente bei den konzerten einzufangen. oft habe ich nach den konzerten auf deiner webseite gestöbert, neugierig: "was hat denn david gesehen? wie hat er den konzert erlebt?" ich werde deine liebe, deine leidenschaft und deine leichtigkeit bei unseren fotografischen begegnungen und der zusammenarbeit nie vergessen.
traurig, maja

So schmerzlich. Ich durfte dich, David als extrem hilfsbereiten Kollegen und herzlichen Mensch kennenlernen.
Du fehlst. Er fehlt. In Gedanken an ihn und seine Familie.
Gabriele C. Pfeiffer

seine bilder erzählen von unserer arbeit,
den kleinen magischen momenten,
den grossen gesten auf schmalen bühnen,
dem glamourös getarnten scheitern.
musik durch licht und schatten
nun hinterlässt er uns sprachlos.
einer der wohl wichtigsten zeugen & dokumentaristen subkulturellen treibens in wien ist von uns gegangen.
R.I.P.
David Murobi
eva jantschitsch

http://www.youtube.com/watch?v=prr89n8S460
adijo, David.
mela

Lieber David!
Wir kannten uns nicht gut genug, dasz ich verstehen könnte, warum du gegangen bist, aber Du warst immer einer von den Guten.
Ich werde Dich und deine Fotos sehr vermissen.
Dieter Kovacic

Auf leisen Sohlen warst Du all die Jahre in unserer Mitte, immer.
Auf leisen Sohlen hast Du Dir einen Platz in unseren Herzen erobert, für immer.
Auf leisen Sohlen hast Du Dich von uns entfernt, für immer.
Du gehörst zu uns, David, immer.
Lydia und Olga

du hast mich jahrelang begleitet mit deinen bildern und deiner leidenschaft, bilder die mich immer wieder erstaunt haben. die athmosphäre und augenblicke die du mit deinen bildern erzählen kannst, machen sie für mich so besonders. nie habe ich mich selbst so gesehen wie auf deinen bildern. du fehlst, good bye david!
elise

david wird mir fehlen. oft haben wir uns am bühnenrand beim fotografieren getroffen und uns über unsere ergebnisse ausgetauscht.
ich war immer voller bewunderung für seine ausdauer und seinen einsatz, denn er hat über die jahre hinweg ganz eigenhändig die wiener musikszene fotografisch dokumentiert. der david war einfach immer und überall, manchmal auf mehreren konzerten an einem abend. und im laufe der zeit hat er einen ganz eigenen, unnachahmlichen blick entwickelt. hier ein link zu seiner fotoseite: davnull.klingt.org
RIP david, dein kollege dent

The One remains, the many change and pass;
Heaven's light forever shines, Earth's shadows fly;
Life, like a dome of many-coloured glass,
Stains the white radiance of Eternity,
Until Death tramples it to fragments.
(from Adonais: Percy Bysshe Shelley)
my deepest condolences
artvan - kurt van der vloedt

Du hast uns scharf gesehen, gezoomt, gezielt unter die Oberfläche des Raumes, des Körpers, subtil, zärtlich, die Musik in Stillleben gegossen, die Körnung begreifend, das Licht und die Dunkelheit.
Du fehlst.
Anja Plaschg. Soap&Skin

Das ist so schlimm.
Ich werde versuchen die Railgun-Strahlen zu Silvester zu kreuzen, lieber David.
Mein tief empfundenes Beileid an Familie, Freunde und ArbeitskollegInnen.
Lucas Ditl

In Achtung und Anerkennung dessen wie Du mir begegnet bist - wie Du uns allen begegnet bist -, wie ich Dich kennenlernen durfte, welche Entscheidung Du getroffen hast. Deine Art des Denkens - im Aufwand so klar und nachvollziehbar - und Sprechens - respektvoll mit einem verschmitzten Blick - ließen mich nach keinem Treffen los; und werden es auch nicht mehr.
David Krych

Du warst einer, den ich schon lange vom Sehen kannte. Als frisch Maturierte war ich in einem Seminar mit dir. Irgendwie endet das Seminar in meiner Erinnerung Woche für Woche mit derselben Situation. Du führtest Zwiegespräche mit dem Professor und ich fragte mich, wo du dieses Textanalysewissen nur hernahmst, während ich immer noch Thomas Mann und Thomas Bernhard verwechselte. Ich hab zum ersten Mal verstanden, was Uni sein kann. Eine schlaue Unterhaltung zwischen Leuten, die Freude daran haben, sich Worte zuzuwerfen.
Später warst du einer, der mit seiner Kamera zusammen überall zugleich schien. Dein Name war einer, den jede und jeder kannte. Man wartete am Morgen nach Konzerten auf Fotos, von dir gemacht. Du warst immer vorne, in der ersten Reihe. Du bist mir öfter begegnet, wir unterhielten uns auf diesen Konzerten. Du warfst mir Namen von Bands an den Kopf, die ich nicht kannte, ich lachte und schüttelte den Kopf über russische Untergrundmusik, von der du begeistert erzähltest.
Dann musste ich mein WG-Zimmer ausmalen. Ich bat um Unterstützung. Von meinen 459 Facebookfreund_innen nahm sich eine sehr gute Freundin Zeit. Und du. Damit warst du einer, der mir Wohnung ausmalen half, obwohl wir uns nur so flüchtig kannten. Du hast es lustig gefunden, dass ich eine „Mainstreamband“ dabei hören wollte. Ich hab dich für verrückt erklärt, weil du ernsthaft einfach nur dem Radiorauschen lauschen wolltest. Du hast dir Farbe auf die Socken gepatzt. Ich hab dir gesagt, deine Socken wären fad und dir bunte versprochen. Jetzt bleib ich sie dir schuldig.
Du wirst uns fehlen. Du fehlst uns.
Anonym

lieber david murobi, ich kannte dich für ein paar lange jahre, in turbulenten, schönen, schwierigen zeiten. wir waren weggefährten und kollegen. wir trafen uns auf den konzerten, wo ich dich sah, wie du mit hingabe großartige bilder von den ereignissen auf der bühne machtest - voller begeisterung, großzügig, idealistisch in deinem schaffensdrang. wir trafen uns auf der uni, wo ich mich jedes mal freute, wenn ich mich wegen eines computerproblems an dich wenden durfte. denn dann kamst du und hast dich, allzeit hilfsbereit, mit sorgfalt, humor und leichtigkeit auf jedes noch so kleine oder große ungemach eingelassen und am ende immer eine lösung gefunden. in so manch verzwickter lage war das mein allergrößter trost: ein edv-seelsorger warst du allemal! aber du hast mir nie viel von dir verraten. ich hätte dich gerne besser gekannt. du warst immer da. du warst lieb, aufmerksam, gescheit, ohne eitelkeit, was besonderes. und ich glaube, du weißt, dass ich dir von herzen zugetan war und bin. jetzt bist du weg, und ich ziehe den hut, den ich nie hatte, vor dir.
in dankbarkeit, vera

Mein Beileid an Davids Familie und Freunde.
David hat für mich zum Konzertgehen gehört. Im rhiz, im fluc, bei Konzerten von lokalen Bands, immer in der ersten Reihe. Meine Bilder von der Wiener Konzertszene sind teilweise seine Bilder. Und es sind auch unsere Bilder, weil David als überzeugter "Creative Commonist" wollte, dass seine Bilder sich bewegen und geteilt werden.
Ich habe 2010 angefragt, ob es ok für ihn ist, wenn ich Fotos von ihm für eine Broschüre verwende, die jungen Musiker_innen in Wien Infos und Tipps liefert zum Thema Auftreten und Auftritte checken - was gepasst hat. Ich hab dafür nie an jemanden anderen gedacht, als an ihn. Nicht nur, weil er so viel fotografiert hat. Und er mit seinem Engagement zu meiner Idee so gut gepasst hat. Auch weil seine Fotos mich sofort mitnehmen, in diese Stimmung, wenn ein Konzert am tollsten ist, wenn man drin versinkt.
Ich sage Danke.
Simone

auf so behutsame art sich fortzubewegen und trotzdem solch tiefe spuren zu hinterlassen - das war bemerkenswert an dir, david - deine spuren sind für immer da - du fehlst
carolin vikoler

hey aap
danke für deine freundschaft.
unsere langen gespräche, das zocken auf der wii, die schlechten witze, unser schinken-käse-toast (später nur noch käsetoast) lied, das nie ein hit wurde, das tischtennisspielen am esstisch, die jamsessions, die konzertbesuche, deine fotos, dein kuchen, deine kompromisslose ehrlichkeit, dass du immer für mich da warst und mir mut gemacht hast, zehn jahre lang.
ich vergesse das alles nie. ich vergesse dich nie. ohne dich wäre ich wohl ein anderer mensch geworden.
und ich muss jetzt ohne dich weitergehen, aber du wirst immer ein teil von mir sein.
deine eff/irene/heson/besen/effko...

David hat Unsichtbares sichtbar gemacht.
Ich bin traurig und sende mein herzliches Beileid Davids Familie und Angehörigen.
Eloui Franziska Abgottspon

in mir tiefe betroffenheit und trauer über diese nachricht... lieber david, du bist und bleibst ein besonderer mensch, du wirst mir fehlen. ich schließe mich den anderen botschaften an, möchte noch viel mehr sagen, aber mir fehlen die worte. mein beileid an familie und freundInnen. alles liebe, david.
katharina

Il y a deux sortes de temps
Il y a le temps qui attend
Et le temps qui espère
Il y a deux sortes de gens
Il y a les vivants
Et ceux qui sont en mer
(jacques brel)
bon voyage lieber david, danke für die bilder und deine schöne präsenz! 
angélica castelló

David, an das letzte Mal als wir uns bewusst sahen, erinnere ich mich noch sehr gut - der 11. August 1999. Du warst der jüngste von uns und hast uns alle beeindruckt mit irrsinnigen, witzigen tiefsinnigen Diskussionen haben wir Stunden verbracht - noch mehr aber mit Lachen. Wir waren Kinder… Obwohl wir uns doch sehr lange nicht sahen, erschütterte mich die Nachricht von deinem Tod! Ich hätte noch gerne mit dir gelacht...
Ich danke dir dafür, dass du zu einem prägenden Zeitpunkt in mein Leben gekommen bist.
Meine aufrichtiges Beileid gilt der seiner Familie und seinen Freunden! 

Hanno

David, ich habe noch nie in meinem Leben einen „Nachruf“ geschrieben. Ich würde dich jetzt gerne anrufen, um deinen Rat einzuholen.  Aber es ist nicht mehr möglich. Ich vermisse dich und deine gelassene und ruhige Stimme, die mir immer geholfen hat, technische und institutionelle Krisen jeder Art zu bewältigen. Wir sind uns auch auf abweichenden Wegen begegnet, im rhiz, in der Szene Wien, in der Arena, auf Konzerten, im Rahmen von außeruniversitären Lectures und ich habe in diesen Konstellationen deine sanfte, respektvolle und freundliche Art, mir zu begegnen, sehr geschätzt.
Ich denke an dich. Ramón

Stiege ich in mich als Landschaft hinab, so wären da Bäume, Sträucher und Berge. So bin ich geformt, so habe ich mich, so haben wir mich geformt.
Stiege ich in mich als Landschaft hinab, so wäre es auch unsere Landschaft. Sieh, ich kann nicht mehr sagen, welches Wort von Dir und welches von mir kam, die Grenzen verschwimmen, sofern sie je gewesen.
Stiege ich in mich als Landschaft hinab, so sähe ich mich als wir als Bäume, Sträucher und Berge. Die Bäume, mit Stümpfen, die da herausragen, aus dem, was war- als Ansatz und Idee, was noch wachsen hätte können, was noch im entstehen war. Die Berge, den Witterungen trotzdend und doch wissend, es werden sich keine neuen Zacken mehr bilden.
Stiege ich in mich als Landschaft hinab, ich bestünde aus Wasser, ein Quell entsprungen am 21.10..
Betrachte ich mich als meine Landkarte, lieber David, so sind wir ein Gebiet, das war, das ist, das unveränderlich bleibt. Die Quelle, sie bleibt und pulsiert mit dem Schlag meines Lebens und dem Wasser der Tränen- die vergossen, in der Freude und im Schmerz- und mäandert durch mich, bald als Fluss, bald als Bächlein.
Martina

Dear David,
jetzt, wo ich nur mehr bedingt zu weinen beginne wenn ich an dich denke und nun auch etwas mehr ruhe habe, will ich doch noch einen nachruf schreiben. vor hatte ich schon ende oktober geschriebenes abzuschicken, aber es war einfach nicht möglich. nichts hat dem entsprochen, der du warst.. es fällt mir noch immer schwer, so viele rätsel hast du mir auch immer wieder auferlegt.
anfangs, als ich dich 2010 kennengelernt habe bzw. du mir wieder begegnet bist,
hast du mir gesagt, du bist egoistisch, faul und oberflächlich.
glauben konnte ich dir das natürlich nicht.
kurz darauf hast du mir unterstellt, ich würde dir nichts glauben.
fast zur gleichen zeit hast du gemeint: bei mir, da könntest du so sein, wie du bist.
und ich fand das schön, ohne es vorerst richtig zu verstehen.
erst bei einem unserer letzten gespräche, als ich dich noch oder endlich wieder besuchen konnte,
sind wir parallelen im leben durchgegangen. sehr ähnliche parallelen.
darauf meintest du, wir hätten uns schon viel früher kennenlernen sollen, aber immerhin, dass wir uns jetzt noch kennengelernt haben.
2012 hast du mich plötzlich für eine deiner wichtigsten und prägendsten Personen deiner jüngsten Vergangenheit bezeichnet, ohne dass du es mir je näher erklärt hast.
wahrscheinlich aus dem bedürfnis heraus, einfach so zu sein wie du bist..
David, auch du bist eine meiner wichtigsten Personen in meinem Leben. das wirst du auch auf alle fälle für immer bleiben. wie könnte ich dich auch jemals vergessen..
so gerne hätte ich dir noch viel mehr persönlich gesagt, so gerne hätte ich es gehabt, du hättest mir noch viel mehr persönlich erzählt..
und so gerne hätte ich die zeit mit dir mehr in der zeit als zwischen den zeiten verbracht.
aber vor allem hätte ich einfach nur noch so, so gern weiterhin mit dir viel, viel zeit verbracht.
ich vermisse dich..
und ich denke:
danke, dass du mir von anfang an so sehr vertraut hast.. danke, dass ich dir so nah sein durfte.
danke, dass du mich, bei jeder gemütsstimmung, immer wieder zum lachen bringen konntest, danke, dass ich dich immer wieder zum lachen bringen konnte. danke für deinen mut, danke für deine sensibilität. danke für die ehrlichkeit.. danke für dein verschlüsseltes abschieds-dankes e-mail…
David:
Danke..
<3 Doris
(bzw. deine fesche und liebe Germanistik- Bibliothekarin die ausschaut wie Björk, dein Atomkraftwerk, Nordis, deine Konfrontations-Doris. Oder auch einfach und praktisch: Die Doris aus der Nachbarschaft. Und alles, was du dir sonst noch gedacht hast).
p.s. eigener Dank geht an die Zusammenarbeit von Casper the Friendly Ghost und Dir, dass ihr mir für immer die Angst vor Horrorfilmen genommen habt.
^^;-| Kater zwinkert und grüßt dich sehr..
Und noch so vieles unendlich unendliches mehr........